
SEC schlägt umfassende Aktualisierung jahrzehntealter Regeln für Transferagenten mit Blockchain-Bezug vor
Der Vorschlag würde Regeln modernisieren, die seit den 1980er-Jahren weitgehend unverändert sind, und die Blockchain-basierte Aufzeichnung, tokenisierte Wertpapiere sowie eine zunehmend automatisierte Marktinfrastruktur berücksichtigen.

Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat eine umfassende Überarbeitung der jahrzehntealten Regeln für Transferagenten vorgeschlagen, während Blockchain-basierte Aufzeichnungen und tokenisierte Wertpapiere auf den US-Märkten an Bedeutung gewinnen.
Der Vorschlag würde die Anforderungen an Registrierung, Aufzeichnungen, Schutz und Übertragung von Wertpapieren aktualisieren und zugleich neue Regeln für Risiken einführen, die aus einer zunehmend digitalen und automatisierten Marktinfrastruktur entstehen.
„Marktteilnehmer bemühen sich aktiv darum, Blockchain-native oder ‚Onchain‘-Transferagenten auf den US-Markt zu bringen“, erklärte die SEC und verwies auf Modelle für Blockchain-basierte Aufzeichnungen, die Verwaltung tokenisierter Fonds und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchains.
Die Behörde erklärte, ihr bestehender Rahmen berücksichtige diese Entwicklungen nicht angemessen, insbesondere Risiken im Zusammenhang mit Cybersicherheit, operativer Resilienz sowie dem Schutz von Wertpapieren und Anlegeraufzeichnungen.
Nach dem Vorschlag würden für Transferagenten erweiterte Berichtspflichten und neue Compliance-Standards gelten, darunter Regeln für Beschränkungshinweise auf Wertpapieren und den Einsatz externer Dienstleister.

Vorgeschlagene Regeln der SEC für Transferagenten. Quelle: SEC
Die SEC erklärte, ihre Regeln für Transferagenten seien seit dem Ende der 1970er- und dem Beginn der 1980er-Jahre nicht substanziell aktualisiert worden. Damals stützte sich die Branche noch stark auf Papierurkunden und manuelle Aufzeichnungen.
Die Aufsichtsbehörde bittet die Öffentlichkeit um Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen. Die Stellungnahmen müssen innerhalb von 60 Tagen nach Veröffentlichung des Vorschlags im Federal Register eingereicht werden.
SEC strebt umfassendere Änderungen der Wertpapierregeln an
Die SEC befinde sich „auf einer Mission, ihre Regeln zu vereinfachen“, heißt es in einer Analyse der Kanzlei Cahill Gordon & Reindel, die am Dienstag an ihre Mandanten verschickt wurde.
Im Mai schlug die SEC drei wesentliche Änderungen der Regeln für börsennotierte Unternehmen vor. Die Vorschläge würden es Unternehmen ermöglichen, sich für eine halbjährliche Berichterstattung zu entscheiden, das bestehende System zur Einstufung von Berichtspflichtigen zu vereinfachen und den Zugang zu vereinfachten registrierten Wertpapieremissionen auszuweiten.
In der vergangenen Woche übermittelte die SEC eine vorgeschlagene Überarbeitung der Verwahrungsregeln für Anlageberater und Investmentgesellschaften zur Prüfung an das Weiße Haus. Die möglichen Änderungen betreffen unter anderem die Verwahrung von Krypto-Assets für Kunden. Dadurch könnten klarere Standards dafür geschaffen werden, wie Anlageberater und Fonds digitale Vermögenswerte verwahren und zugleich die bundesstaatlichen Wertpapiervorschriften einhalten.
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