
Lokale Stablecoins könnten die Nachfrage nach dollarbesicherten Token steigern: IWF
Der Erste Stellvertretende Geschäftsführende Direktor des IWF, Dan Katz, sagt, Nutzer könnten digitale Dollar wegen ihrer Liquidität, Netzwerkeffekte und grenzüberschreitenden Akzeptanz bevorzugen.

Stablecoins in Landeswährung, die die Abhängigkeit von dollarbesicherten Token verringern sollen, könnten Nutzern stattdessen den Transfer von Geldern in digitale Dollar erleichtern, erklärte ein hochrangiger Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Am Freitag erklärte der Erste Stellvertretende Geschäftsführende Direktor des IWF, Dan Katz: Sobald lokale und Dollar-Stablecoins auf derselben Blockchain-Infrastruktur laufen, könnten Nutzer über dezentrale Börsen, Liquiditätspools oder Peer-to-Peer-Swaps zwischen ihnen wechseln.
In einer Rede an der Universität Kapstadt erklärte Katz, diese Entwicklung könne Devisengeschäfte von Banken und Devisenhändlern weg verlagern. Dadurch würde die Reibung sinken, die Behörden Instrumente zur Überwachung und Steuerung von Kapitalflüssen verschafft.
„Auf diese Weise könnten Stablecoins in Landeswährung die Einführung von FX-Stablecoins sogar beschleunigen“, sagte er.
Katz verwies auf Südafrika, wo dollarbesicherte Stablecoins bislang nur begrenzt verbreitet sind. An den Rand gekoppelte Token stießen auf noch weniger Nachfrage.
Für endgültige Schlussfolgerungen sei es noch zu früh, sagte Katz. Viele Nutzer könnten Dollar-Token jedoch wegen ihrer Liquidität, Netzwerkeffekte und Akzeptanz über Plattformen und Grenzen hinweg bevorzugen.
Die Risiken unterschieden sich laut Katz je nach Land. In stark dollarisierten Volkswirtschaften könnten Stablecoins weitgehend bestehende Dollarbestände ersetzen; in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu Dollar und schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten sie die Nachfrage nach Fremdwährungen erhöhen.
Er forderte die Behörden auf, Onramps, Offramps und Onchain-Tauschstellen in regulatorische Rahmenwerke einzubinden.
Mehr zum Thema: Dollar-Stablecoins könnten den Zugang zu Devisen verbessern, aber Währungsanstürme verstärken: IWF

