Ron Paul entdeckt Bitcoin

Ron Paul entdeckt Bitcoin

Ron Paul begann in den frühen 1970er Jahren, öffentlich über die schwerwiegenden Probleme des Federal Reserve Systems zu sprechen. Wörtlich sagte er, dass die Macht, die Geldmenge zu steuern, “im Laufe der Geschichte zur begehrtesten monopolistischen Macht des Menschen” wurde. Im allgemeinen wurde er ignoriert, sowohl von Politikerkollegen wie auch von praktisch jedermann.

Aus underfindlichen Gründen wurde Paul die nächsten 40 Jahre wieder und wieder in den US Kongress gewählt, während er weiter gegen die FED und ihre Inflationspolitik, das Teilreservesystem, Bailouts und Entwicklungshilfe anredete. Es gab keinen Aspekt der schädlichen Geldpolitik des US Dollar, den Paul nicht gegenüber jedem anprangerte, der ihm ein Ohr schenkte.

Wie die meisten Anhänger der “Österreichischen Schule der Nationalökonomie”, der auch Paul angehört, sah er Edelmetall - eine Rückkehr zu Gold und Silber als Geld - als Lösung der Rezessionen und Depressionen, die die FED verursachte, an. “End the FED” wurde zum Mantra und Titel seines Buches, daswährend seiner Präsidentschaftskampagnen 2008 und 2012 zum Bestseller wurde.

Pauls politische Karriere führte indes nicht zur Abschaffung der FED. Nicht einmal annähernd. Aber ein nicht unerheblicher Teil einer ganzen Generation strebte nun nach neuem Geld, einer Alternativwährung, mit der man - wie manche es ausdrücken - die FED zumindest ignorieren könnte.

Ignore the Fed
 

Und dann kam Bitcoin.

Paul wurde Anfang 2013 zum ersten Mal zu seiner Meinung über Bitcoin befragt. Er war im großen und ganzen nicht mit der Blockchain Technologie vertraut und prägte den inzwischen berühmten Ausspruch: “Wenn ich es nicht in meine Tasche stecken kann, bin ich skeptisch.”

Aber anders als so viele andere technikfeindliche Maschinenstürmer hat Ron Paul Bitcoin nicht rundweg abgelehnt. Er hat nur noch keine definitive Meinung geäußert (mit anderen Worten: er hat das getan, was intelligente Menschen tun, wenn sie wissen, dass sie zu wenig über ein bestimmtes Thema wissen).

Viele von Ron Pauls Unterstützern nahmen das zum Anlass, zu Ihrer starren “Gold oder Nichts”-Haltung zurückzukehren. Andere sagten, dass sich Paul früher oder später für Bitcoin erwärmen werde, sobald er ein wenig über die Hintergründe gelernt habe.

Es sieht so aus, als hätten letztere recht behalten.

Voices of Liberty (ehemals Ron Paul Channel) hat kürzlich das unten verlinkte Interview veröffentlicht, in dem Paul und eine Sprecherin von Coin.mx über Cryptowährungen plaudern. Das Interview ist Teil einer dreiteiligen Serie und man merkt, dass Paul viele Bitcoin-Hausaufgaben seit 2013 erledigt hat.

Das Interview markiert eine ernstzunehmende Wende in der “Sound Money” Bewegung, also der libertären Bewegung für “gutes Geld”, an der Ron Paul einen sehr großen Anteil hat. Obwohl er sich  jahrzehntelang erfolglos dafür eingesetzt hat, die FED abzuschaffen, sieht es so aus, als hätte er schlußendlich mit seinen persönlichen wirtschaftspolitischen Ansichten recht behalten: Regierungen lösen keine Probleme. Märkte tun es.

PS: Vor wenigen Tagen startete bei Kickstarter eine Kampagne zur Finanzierung einer Dokumentation über Ron Paul.