
QuFi startet Plattform zur Post-Quanten-Verifizierung mit Bitcoin-Testnetznachweis
Die neue Plattform von QuFi nutzt Post-Quanten-Kryptografie, um Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten zu verifizieren, ohne Änderungen an bestehenden Blockchain-Abwicklungsnetzwerken zu erfordern.

Das auf Post-Quanten-Infrastruktur spezialisierte Unternehmen QuFi Network hat eine Verifizierungsplattform gestartet, die digitale Vermögenswerte vor künftigen Bedrohungen durch Quantencomputer schützen soll, ohne Änderungen an bestehenden Blockchain-Abwicklungsnetzwerken zu erfordern.
Die Plattform trennt Verifizierung und Abwicklung und nutzt ein dezentrales Netzwerk von Nodes, um Transaktionen vor ihrer Abwicklung auf bestehenden Blockchain-Netzwerken mit Post-Quanten-Kryptografie zu validieren.
QuFi hat außerdem uBTC gestartet, einen Proof-of-Concept, der das Verifizierungssystem auf Bitcoin (BTC) anwendet und derzeit auf Bitcoin Testnet4 betrieben wird. Das uBTC-System verifiziert BTC-Sicherheiten und erzeugt kryptografische Nachweise dafür, wie sich Werte zwischen Abwicklungsumgebungen bewegen, während Rücknahmen letztlich als standardmäßige Bitcoin-Transaktionen abgewickelt werden.
Die Plattform nutzt drei kryptografische Standards für die Post-Quanten-Kryptografie — ML-DSA-65, SLH-DSA und ML-KEM-1024 — für digitale Signaturen und den sicheren Schlüsselaustausch.
QuFi sagte, dass die externe Verifizierungsschicht den zusätzlichen Speicher-, Bandbreiten- und Rechenaufwand vermeiden soll, der mit der direkten Einführung größerer Post-Quanten-Signaturen auf einzelnen Blockchains einhergehen kann.
Die Kryptobranche verstärkt ihre Quantenabwehr
Die Plattform kommt inmitten einer Reihe jüngster Bemühungen, Blockchain-Netzwerke auf potenzielle Bedrohungen durch Quantencomputer vorzubereiten.
Im August testete StarkWare eine quantensichere Bitcoin-Transaktion im Mainnet, ohne einen Fork zu erfordern. Die Transaktion erforderte jedoch mehrere Stunden Rechenzeit und kostete ungefähr 150 bis 200 US-Dollar; ihr nicht standardmäßiges Format erforderte zudem eine direkte Übermittlung an einen Miner.

Jonas Nick kündigt am 26. August den BIP-SHRINCS-Vorschlag an. Quelle: Jonas Nick
Im selben Monat beteiligten sich Banken und Regulierungsbehörden in Europa, dem Nahen Osten und Asien an einem Pilotprojekt, bei dem Post-Quanten-Wallets und Onchain-Transfers mit ML-DSA-65 getestet wurden — einem der kryptografischen Standards, die auch in QuFis Plattform integriert sind. Unterdessen strich die Ethereum Foundation die Poseidon-Hashfunktion aus ihrer geplanten Post-Quanten-Architektur und setzte stattdessen auf etablierte Alternativen wie SHA oder BLAKE.
Auch Bitcoin-Entwickler untersuchen Abwehrmaßnahmen auf Protokollebene. Im August veröffentlichten Forscher von Blockstream einen Bitcoin Improvement Proposal für SHRINCS, ein experimentelles Post-Quanten-Signaturverfahren, das die mit quantensicheren Signaturen verbundenen Größen- und Leistungskosten reduzieren soll.
Der Ansatz bringt Zielkonflikte mit sich. SHRINCS verwendet zustandsbehaftete Signaturen, um deren Größe zu reduzieren, wodurch Wallets zuvor verwendete Signaturschlüssel nachverfolgen müssen. Das Verfahren befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase ohne abgeschlossenen Sicherheitsnachweis, und sein Design erhöht die Komplexität sowie die Zahl potenzieller Fehlerquellen für Nutzer.
Magazin: Bitcoins neue Quantenabwehr, 18,9 Mio. SOL gestrichen: Hodler’s Digest

